Die Fakten zur Militärintervention der Türkei auf Zypern in 1974
Am 15. Juli 1974 gab es einen blutigen Putsch der griechischen Militärjunta gegen den zyprischen Staatspräsidenten Makarios. Kurz danach kam es zu Massakern an den türkischen Zyprern. Jedoch intervenierten die türkischen Streitkräfte bereits am 20. Juli und eroberten innerhalb weniger Tage einen Drittel der Insel Zypern. Die kriegerischen Kämpfe der Truppen der Türkei und der inseltürkischen Verteidigungsorganisation TMT mit der griechisch-zyprischen Nationalgarde, den festlandgriechischen Truppen und den paramilitärischen EOKA-B-Milizen sowie die Racheakte auf beiden Seiten sind nicht zu leugnen. Während die Zahl der zivilen Opfer des Putsches und der Übergriffe auf türkisch-zyprische Zivilisten vor der Militärintervention nicht genau bekannt sind, kann man die Auswirkungen der Auseinandersetzungen während der türkischen Militärintervention problemlos offenlegen. Hier einige Fakten dazu:
• Während der Kämpfe und nach dem Abkommen zum Bevölkerungstausch in 1975 mussten 162.000 Zyperngriechen in den Inselsüden und 65.000 Zyperntürken (50% aller Inseltürken) in den Inselnorden abwandern.
• Die türkischen Flüchtlinge mussten etwa 500.000 Dönüm – Grundbesitz im Süden zurücklassen, die griechischen Flüchtlinge etwa 1.500.000 Dönüm im Norden.
• Die muslimischen Insulaner mussten ihre 15.000 Häuser verlassen, ihre christlichen Landsleute etwa 40.000 Häuser.
• Zwischen den 50er und 70er Jahren wurden 103 türkische Dörfer auf Zypern zerstört.
• Zwischen September und Oktober 1974 wurden 3.308 türkische Gefangene und 2.479 griechische Gefangene der jeweils anderen Seite übergeben.
• 9.400 Zyperntürken, die auf den britischen Militärbasen Schutz gesucht hatten, durften zwischen dem 18. und 27. Januar 1975 in die nördliche Sicherheitszone passieren.
• Insgesamt 1.468 Zyperngriechen und 502 Zyperntürken wurden als vermisst gemeldet.
• Bei der Militärintervention kamen 498 türkische Soldaten ums Leben und 1.200 türkische Soldaten wurden verletzt.
• 70 Männer der türkisch-zyprischen Verteidigungsorganisation TMT und 270 inseltürkische Zivilisten kamen bei Kämpfen und Übergriffen ums Leben, 1.000 türkische Zivilisten wurden verletzt.
• Die Verluste auf der griechischen Seite (Nationalgarde, EOKA-B, Polizei, griechisches Militär und Zivilisten) betrugen etwa 4.000. Zudem gab es etwa 12.000 Verletzte. (yenidüzen)