Archiv für 5. Februar 2010
Talat ist ein waschechter Nordzyprer
Der Volksgruppenführer der Zyperntürken, Mehmet Ali Talat, beklagte sich darüber, dass trotz seiner mutigen Vorschlägen bei den Verhandlungen die südzyprische Seite immer noch versuche mit allen Mitteln eine Lösung der Zypernfrage zu verhindern. Dafür könne er nicht verantwortlich gemacht werden. Außerdem möchte Talat als Vereiniger der Insel Zypern in die Geschichte eingehen, nicht umgekehrt. Auf eine Frage hin, ob er die Staatsbürgerschaft der Republik Zypern besäße, antwortete der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern mit einem eindeutigen Nein. Diejenigen, die inselgriechische Pass hätten, bräuchten sich aber dafür nicht zu schämen, so der in Girne geborene türkische Zyprer.
In beiden Inselteilen werden die türkischen Zyprern mit Reisepässen der Republik Zypern instrumentalisiert. Im Norden werden diese Personen, insbesondere Politiker, überwiegend von den Konservativen als “unpatriotisch, griechenfreundlich und heuchlerisch” bezeichnet. Seit einigen Jahren stellt Südzypern Pässe auch an in Nordzypern lebende Zyperntürken aus. Damit wollen sie behaupten, dass die Zyperntürken nicht isoliert werden. Dennoch dürfen türkische Zyprer in Südzypern nicht wählen und ihre Rechte laut der 1960er Verfassung des Inselstaates nicht wahrnehmen. Nordzypern leidet bis heute unter einem Handelsembargo und einer politischen Isolation. Dabei werden nordzyprische Reisepässe nur in wenigen Staaten anerkannt, so dass die EU-Pässe aus dem Süden Vorteile mit sich bringen, wie z.B. die visafreie Reisefreiheit im Schengen-Raum. (trt, tak)