Archiv für 3. Februar 2010
UN-Generalsekretär im Präsidentenpalast Türkisch-Zyperns
Das Treffen zwischen dem UN-Generalsekretär, Ban Ki-moon, und dem Präsidenten der Türkischen Republik Nordzypern, Mehmet Ali Talat, im Präsidentenpalast Türkisch-Zyperns hat bei den griechisch-zyprischen Politikern für Empörung gesorgt. Die Zyperngriechen befürchten, dass der Besuch des UN-Chefs die indirekte Anerkennung des im Jahre 1983 ausgerufenen türkisch-zyprischen Staates bedeuten könnte. Die südzyprischen politischen Parteien EUROKO, DIKO, EDEK und die Grünen haben Bans Besuch in der Residenz Talats verurteilt und entschieden, die Einladung zum Empfang des UN-Generalsekretärs in der Zerihoun-Residenz abzulehnen. Der Präsident Griechisch-Zyperns, Dimitris Christofias, hat in seinem Treffen mit Ban Ki-moon sein Missfallen zum Ausdruck gebracht, indem er vor dem Gespräch den UN-Generalsekretär nicht vor der Tür empfing. Schließlich hat der Zypern-Sondergesandte der UN, Alexander Downer, in einer Erklärung klargestellt, dass die Vereinten Nationen nur die Republik Zypern als Staat anerkennen.
Das nordzyprische Staatsoberhaupt Talat seinerseits betonte, derartig beleidigende Benehmen der Inselgriechen dürfe man nicht toleriert. Bezüglich des Treffens im Präsidialpalast sagte er, das Treffen würde nicht erfolgen, falls man sie dazu gezwungen hätte, sich an einem anderen Ort zu treffen. Der Besuch würde dann ein Fiasko sein. Die Erklärung Downers nach der Reaktion der inselgriechischen Parteien bezeichnete Talat als sehr bedauernswert. Wenn man gegenüber solchen unvernünftigen Handlungen eine positive Stellung einnimmt, könnten jene dies ausnutzen. (trt, phileleftheros)