Archiv für die Kategorie „2009“
Intensive Gespräche sind beste Gelegenheiten für Konfliktlösung
Der türkisch-zyprische Präsident, Mehmet Ali Talat, hat bei seinem Besuch in Brüssel gesagt, dass die intensivierten Gespräche zwischen den beiden Volksgruppen im Januar eine Gelegenheit für die Insel seien. Die griechisch-zyprische Seite müsse aber auch Flexibilität bei den Verhandlungen zeigen, betonte das Staatsoberhaupt bei einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Die Europäische Union müsse mehr Verantwortung zur Lösung des Konflikts übernehmen. Des Weiteren dürfe die Zypernfrage nicht ständig zum Thema der türkischen EU-Beitrittsverhandlungen gemacht werden. (trt)
Der Konflikt auf Zypern muss 2010 gelöst werden
Der türkisch-zyprische Präsident erklärte, dass die Zypernfrage nicht länger als ein unlösbares Problem betrachtet werden könne. Mehmet Ali Talat beonte, die nationale Politik der türkischen Zyprer sei eine Lösung des Zypernproblems, die auch von der Türkei unterstützt werde. Bei der Bewertung des Jahres 2009 gegenüber der Cyprus Turkish Newsagency und der Rundfunkanstalt BRT brachte Talat seine Erwartungen für das neue Jahr zur Sprache. Dabei sagte er, obwohl 2009 als das Jahr in dem eine Lösung für das Zypernproblem gefunden werden sollte, betrachtet wurde, sei dies leider nicht möglich gewesen. Für eine Lösung in 2010 seien die Verhandlungen intensiviert worden. Für die Verhandlungskapitel „Verwaltung und Machtaufteilung“, „Wirtschaft“ und „Beziehungen mit der EU“ seien intensivierte Verhandlungen vorgesehen. Die Türkische Republik Nordzypern strebe eine Schließung der drei Kapitel an. Die Insel Zypern sei, auch wenn nur theoretisch, ein Teil der Europäischen Union. Die Insel sei geteilt. Die Türkei führe Beitrittsverhandlungen mit der EU und Griechenland sei ein EU-Mitgliedsstaat. Aus diesem Grund könne die Unlösbarkeit der Zypernfrage nicht länger weitergeführt werden, so Talat. (trt, tak)
Verhandlungen zur Zypernlösung werden auch 2010 fortgesetzt
Der Ministerpräsident der Türkischen Republik Nordzypern, Derviş Eroğlu, hat in Lefkoşa zu Ehren der Journalisten einen Neujahrsempfang gegeben. Dabei sagte der nordzyprische Regierungscheff, dass das Jahr 2010 ein Jahr des Dialogs sein werde. Ungeachtet dessen, wer am Verhandlungstisch sitzt, müssten die Verhandlungen fortgesetzt werden, so Eroğlu. Auf die Frage, ob er für das Amt des türkisch-zyprischen Staatspräsidenten kandidieren wird, antwortete der 71-jährige Politiker, dies werde die UBP-Parteiversammlung in den ersten Tagen des neuen Jahres entscheiden. „Egal wer der neue Staatspräsident wird, er werde, sich über die Erwartungen der zyprischen Türken, deren Willen im Klaren, die Verhandlungen fortsetzen“, betonte der Premierminister. (trt)
Mehrheit der Zyperntürken würde Eroğlu zum Präsidenten wählen
Die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage in der Türkischen Republik Nordzypern wurden nun veröffentlicht. Es wurden insgesamt 500 Personen persönlich zu verschiedenen Themen befragt. Demnach würden 51% der Zyperntürken bei der nächsten Präsidentschaftswahl im April 2010 Derviş Eroğlu wählen, während 29% für den derzeitigen Amtsinhaber Talat votieren würden. Auf die Frage „wer bei der nächsten Wahl als Sieger hervorgehen wird“ stimmten 60,8% für den aktuellen Premierminister Eroğlu und erneut 29% für Talat. (hürriyet)
Werden die Verhandlungen eingestellt?
Die Verhandlungen zur Vereinigung Zyperns werden im Vorfeld der Präsidentenschaftswahlen in der Türkischen Republik Nordzypern eingestellt. Dies teilte Mehmet Ali Talat, das Staatsoberhaupt der Republik im Norden der Insel, mit. Talat besuchte die Dörfer Inönü, Köprülü, Incirli und Cayönü und informierte die Bevölkerung über den aktuellen Stand der Verhandlungen zwischen ihm und dem südzyprischen Präsidenten Christofias. Er habe Bedenken, dass die Friedensgespräche Opfer der zum April geplanten Präsidentschaftswahl werden könnten. So könnten die unterbreiteten Ansicht zu Propaganda-Zwecken ausgenutzt werden und dem Prozess schaden. Wegen möglichen Reaktionen der griechisch-zyprischen Seite sei die internationale Gemeinschaft zu den Verhandlungen distanziert, so Talat. (trt)
Talats Einladung nach Madrid
Wie Medien in Nordzypern mitteilen, soll nach der Übernahme der EU-Präsidentschaft durch Spanien, Premier Zabatero eine Einladung an TRNZ-Staatspräsident Mehmet Ali Talat aussprechen. Dies wurde angeblich während eines Telefonats zwischen dem spanischen und dem türkischen Premier verlautet. Die Annäherung beider Seiten erscheint derzeit ausgesprochen schwierig. Dimitrios Christophias, Präsident Südzyperns, bezeichnete die TRNZ als „künstliches Gebilde“ und machte durch Äußerungen während einer Weihnachtsansprache deutlich, wie schwierig die Verhandlungen zu einem Ergebnis gebracht werden. Nach der Rede, die politische Sticheleien gegen die türkische Seite enthielt, wurde Christophias sowohl von Präsident Talat als auch von Außenminister Özgürgün (UBP) scharf kritisiert. Premier Eroglu (UBP) betonte, eine Lösung sei derzeit „sehr weit entfernt.“ Ob daran die spanische Ratspräsidentschaft etwas ändern kann, bleibt fraglich. (up)
Kunst und Zeit – im Spiegel des neuen Buches “Art and Creativity in North Cyprus”
von Heidi Trautmann
Am 15. Januar 2010 wird EMAA (European Mediterranean Art Association) das neue zweisprachige Buch “Art and Creativity in North Cyprus, Volume I”, ISBN No. 978 -9963 -9729-1-3, öffentlich vorstellen. Gemeinsam mit der Autorin und auf ihren speziellen Wunsch hin, wurden alle von ihr interviewten Künstler zu einer gemeinsamen Ausstellung eingeladen. Diese Doppelveranstaltung wird von President Mehmet Ali Talat um 19.00 Uhr im Atatürk Congress Centre der Near East University eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 29. Januar geöffnet, die Besichtigungszeiten sind Montag bis Freitag 8.00 – 16.30. Heidi Trautmann wird während der gesamten Ausstellungsdauer für Besucher zur Verfügung stehen.
Im Vorwort des Buches sagt Zehra Şonya, Mitglied des EMAA Vorstandes (European Mediterranean Art Association):
“Heidi Trautmann’s Buch führt den Leser mitten in die Welt der Künstler und kreativen Menschen dieses Landes und bringt ihm diese Welt durch die individuell geführten Gespräche näher. Ihre Sprache ist poetisch. Eine Art von schriftlicher Niederlegung oder Archivierung des Kunstgeschehens ist hier bisher kaum vorhanden gewesen und so erstaunt den Leser die breite, farbige Spannbreite des für Nordzypern so wichtigen Sektors Kunst. Durch die wohl absichtlich herbeigeführte Mischung mit seit vielen Jahren hier ansässigen Künstlern anderer und unterschiedlicher Provenienz, ergibt sich für uns eine neue Dimension. So erhoffen wir uns, dass dadurch die multinationale und multikulturelle Natur unserer Insel zum Ausdruck kommt. Auf den Seiten der Geschichte soll eines Tages vermerkt werden, dass Zypern eine Insel des Friedens ist.
Heidi Trautmann, Künstlerin, Schriftstellerin und Journalistin – Reisende, wie sie sich selbst nennt – Reisende im Universum der Kunst, begann 2005 die Repräsentanten der hiesigen Kunstszene aufzusuchen. Als sie und ihr Mann im Jahre 1999 auf die Insel kamen, war sie erstaunt festzustellen, dass es so gut wie keine Aktivitäten zwischen den nationalen und Künstlern anderer Nationalitäten gab, noch wussten sie von einander. Da gab es weder Meldungen oder Berichte in den englisch sprachigen Medien, keine professionellen Kunstgalerien oder Kunstmuseen kontemporärer Kunst.
So machte sie sich auf den Weg, voller Neugierde nach sechs Jahren auf einem Segelboot durch das Mittelmeer, in den Gassen und Winkeln der Städte die Künstler aufzuspüren, um an den Kern des Leben, an die Seele eines Volkes, was für sie Kunst und Kreativität ist, heranzurücken. Sie fand diesen Kern und seitdem hat sie sich ihren Weg durch die Kunstszene regelrecht erarbeitet und durch Gespräche mit der Mehrzahl der hier lebenden und arbeitenden Künstler erredet.
Dieses Buch spiegelt ein gesamtes Volk wider, das Leben von künstlerischen und kreativen Menschen, im Zeitablauf von vier Jahren in Gesprächen verbracht. Diese vier Jahre fielen in einen Zeitabschnitt grösster Wichtigkeit, voller Hoffnungen und Enttäuschungen. Diese schweren Eindrücke sind in den Arbeiten der Künstler klar zu erkennen, aber auch die rückblickenden Verbindungen zu ihrer Vergangenheit und die Furcht vor dem Morgen, den Fragen, denen sie sich ständig gegenüber stehen, insbesondere die Frage nach ihrer Identität. In ihren Arbeiten konnte ich keine Fröhlichkeit oder Freude am Leben entdecken, aber auch keine totale Verzweiflung, eher Resignation letztens, eher Auflehnung gegen das Schicksal.
So wird in einem wichtigen Teil des Buches auch die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Künstlern und zwischen ihren Kunstvereinen auf beiden Seiten der Trennlinie klar gemacht. Viele Freundschaften sind so entstanden, denn aus dem Inneren heraus wissen wir, dass Kunst keine Grenzen kennt.
Die Künstler haben Heidi Trautmann in ihren Studios und in ihrem Leben mit Freundschaft aufgenommen und haben ihr mit grossem Vertrauen von ihrem Leben und ihren schweren Erfahrungen erzählt, was nun auch wiederum representativ ist für das ganze Volk. Bildgeschichten wurden vor ihr aufgerollt, die einen Zeitabschnitt von Anfang des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart abdecken. Auch nichtzypriotische Künstler, die hier mehr als 20 Jahre gelebt haben, sind im Buch mit aufgenommen, Künstlerinnen, die am Schicksal der Insel reges Interesse hatten und mit ihrer künstlerischen Arbeit zum kulturellen Bild der Insel beigetragen haben. (Nord-) Zypern war schon immer ein Land multikultureller Koexistenz.
Bis hierher haben wir über Band I des Buches gesprochen, das über die Vertreter der bildenden Künste, einschließlich Photographen, über die Vertreter von erzieherischen und meinungsbildenden Institutionen und über künstlerische Aktivitäten in Universitäten berichtet. Seit bereits einem Jahr arbeitet Heidi Trautmann an Band II, ein Band, der die Bereiche Literatur, Theater, Musik, Tanz und Karikatur abedecken wird. Heidi Trautmann ist in allen Bereichen der Kunst und Kreativität zuhause und sie weiss, wovon sie spricht.
Die in der Ausstellung vertretenen Künstler sind:
Ali Atakan(*2007), Ruzen Atakan, Gönen Atakol, Ayhatun Ateşin, Baki Boğaç, Marilyn Bosworth, Muriel Clutten, Cevdet Çağdaş, Sevcan Çerkez, Emin Çizenel, Sheila Davis, Ilsa Easson, Emel Erkan, Mustafa Erkan, Sinem Ertaner, Ümit Ali Esinler, Özgül Ezgin, Nilgün Güney, Günay Güzelgün, Mustafa Hastürk, Christina Hessenberg, Anne Hughes, Feridun Işiman, Kadir Kaba, Inci Kansu, Giray Karahasan, Eser Keçeci, Anber Onar, Osman Keten, Johann Pillai, Veli Kaymaklılı, Deirdre Kirk, Aşik Mene, Ayhan Menteş, Vedia Okutan, Lisani Otağ, Ilkay Önsöy, Şenol Özdevrim, Güner Pir, Rüya Reşat, Emel Samioğlu, Özden Selenge, Zehra Şonya, Ersin Taşer, Ismet Tatar, Mehmet Uluhan, Hikmet Uluçam, Svetlana Ziusina
Dank geht an die Sponsoren:
The TRNC Presidential Office
The TRNC Cultural Department
Kaleidoskop Turizm, Kyrenia, TRNC
Ontime Courier, München, Deutschland
Das Bayrak Radio wird 46 Jahre alt
Die nationale Rundfunk- und Fernsehanstalt der Türkischen Republik Nordzypern, Bayrak Radyo Televizyon Kurumu, wird am heutigen Freitag 46 Jahre alt. Begonnen hat sie am 25. Dezember 1963 als „Bayrak Radyo“ in einer Garage in Nikosia. Im Winter 1963/64 wurde in der Inselhauptstadt ein Massaker an der türkischen Bevölkerung verübt, wobei über 1.000 Zyperntürken getötet und über 500 als Geiseln gehalten wurden. Einige junge Männer sahen es als ihre Aufgabe an, als Stimme des Widerstandes, die notleidenden Menschen über das Radio zu unterstützen. Aus der Notlösung mit einer Reichweite von 2-3 Kilometern wurde später der offizielle Rundfunk Nordzyperns. Am Samstag findet zu Ehren des 36. Jahrestags der Gründung ein Ball im Acapulco Resort Hotel statt. Der BRT-Chef Yılmaz Başkaya lud dazu Politiker, Militärs und Diplomaten ein. (brt)
Blutige Weihnachten 1963 auf Zypern
Es war der 21. Dezember 1963 als die Todesschwadrone des Nikos Sampson, gedeckt von griechisch-zyprischer Polizei, erstmals im großen Stil in Lefkosa zuschlugen. Fünf Tage lang wurden Frauen, Männer und Kinder abgeschlachtet. Im türkischen Ortsteil Küçük Kaymaklı kam es zu den ersten Ermordungen. Der “Daily Express” vom 28. Dezember 1963 spricht von 200 bis 300 auf der Straße ermordeten Zyperntürken. Der Londoner “Daily Herald” vom 31. Dezember 1963 spricht von 350 abgeschlachteten Zyperntürken. “Le Figaro” vom 26. Januar 1964 beschreibt, wie eine Mutter (Mürüvet) und ihre drei kleinen Kinder (Murat, Kutsi und Hakan) ermordet und die Leichen in die Badewanne des Hauses geworfen wurden, weil der Vater ein türkisch-zyprischer Offizier war. Das Haus des Offiziers ist heute ein Museum. Die Barbarei ist durch die Regierung Makarios niemals verurteilt worden.
Ergebnis der zypern-griechischen Angriffe auf die türkische Zivilbevölkerung im Winter 1963/64: 1.000 Zyperntürken wurden ermordet (darunter viele Frauen und Kinder), 545 wurden als Geiseln gefangen gehalten und 103 türkische Dörfer wurden zerstört oder aufgegeben. George W. Ball, US-Unterstaatssekretär unter Kennedy und Johnson, notiert in jenen Tagen: “Die griechischen Zyprer wollen keine Friedenstruppe. Sie wollen nicht gestört werden, wenn sie die türkischen Zyprer umbringen…” Am 4. März 1964 entsandte die UN schließlich eine 7.000 Mann starke Friedenstruppe zum Schutz der bedrohten Zyperntürken. Diese Truppen befinden sich bis heute auf der Insel.
(Türkisch-Zypern: Geschichte und Gegenwart von Michael Ackermann)
Die beiden Flaggen des zyprischen Fünffingergebirges
Der südzyprische Präsident Christofias ging während seiner Rede im Süden der Inselhauptstadt Nikosia auf die übergroßen Darstellungen der türkischen und nordzyprischen Nationalflaggen am Fünffingergebirge ein. Er behauptete, dass diese Fahnen ein Zeichen für das künstlich errichtete Gebilde im Norden der Insel zu verstehen sind. Nordzyperns Präsident Talat bezeichnete diese Äußerungen als „Beleidigung“. Umfragen zufolge fordert die Mehrheit der Zyperngriechen die Entfernung dieser Fahnendarstellungen, da sie an die Existenz der Türken auf Zypern und die Niederlage von 1974 erinnere. Vor dem griechisch-zyprischen Präsidentenpalast wurden vor einigen Jahren sogar Bäume eingepflanzt, damit der Blick zu den vier Fußballfelder großen Flaggen versperrt wird. Erst vor kurzem wurde die Fläche mit einer Beleuchtungsanlage erweitert, so dass in der Nacht abwechselnd die Fahnen der Türkischen Republik Nordzypern und der Türkei dargestellt werden. (haber türk)