Archiv für die Kategorie „2010“
Türkische Zyprer geben 90 Millionen Euro im Süden aus

Seit der innerzyprischen Grenzöffnung vor sechs Jahren haben alle Zyprer die Möglichkeit, in beiden Teilen Zyperns einzukaufen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Das Unternehmen „JCC Payments“ soll südzyprischen Medienberichten zufolge für die Zeitschrift „In Bussiness News“ geforscht und herausgefunden haben, welches Volumen der innerzyprische Handel hat. Demnach haben die türkischen Zyprer insgesamt 89,160 Millionen Euro im griechischen Teil der Insel per Kreditkarte ausgegeben. Einen „Kaufrausch“ sollen die Zyperntürken mit 20 Millionen Euro im Jahre 2008 erlebt haben. Die griechisch-zyprischen Nachbarn hingegen haben seit Juli 2004 Waren und Leistungen in Nordzypern für lediglich 37,58 Millionen Euro in Anspruch genommen. Als „Zyprische Türken sind gute Kunden“ betitelte die Zeitung Alithia einen ihrer Artikel über das Thema und verwendete dabei aber andere Zahlen. Darin heißt es, dass Nordzyprer um 137,2% mehr ausgeben würden als die dreimal so große inselgriechische Gemeinschaft. (haber havadis)
Eroğlu und Christofias erörtern Vorschläge zur Eigentumsfrage

Die beiden politischen Führer Zyperns sind am Mittwoch erneut in Nikosia zusammengekommen. Dabei wurden die eingereichten Vorschläge zur Lösung der Eigentumsfrage ausführlich erörtert. Der nordzyprische Präsident Derviş erklärte nach dem Treffen, dass die ausführlichen Diskussionen während des ganztägigen Gespräche sehr nützlich gewesen seien. Dennoch habe man das Kapitel zum Eigentum nicht abschließen können. Die türkisch-zyprische Seite hatte vorgeschlagen, die Eigentumsfrage durch Austausch, Entschädigung und Rückgabe von Immobilien zu lösen und trotzdem die Bizonalität beider Inselteile zu wahren. (brt, tak)
Verhandlungen über Rechts-Links-Bündnis

Die regierende konservative Nationale Einheitspartei (UBP) wird Koalitionsverhandlungen mit der linken Sozialistischen Demokratiepartei (TDP) führen. Dies gab die Presse vergangenen Abend bekannt. TDP-Chef Çacıkı erklärte, seine Partei hätte ihn beauftragt, Koalitionsverhandlungen mit der UBP zu führen. Dabei werde sich letztendlich zeigen, ob eine Koalition machbar ist. Diese wurde nötig, da die UBP mit Präsident Derviş Eroğlu und dem ausgeschlossenen Abgeordneten Tahsin Ertuğruloğlu zwei Parlamentarier und damit die absolute Mehrheit verloren hatte. Eine Koalition mit der liberal-konservativen DP war im Mai gescheitert. Seitdem kehrten zwei der vier DP-Abgeordneten der Partei den Rücken. (up)
Muslimischer Gottesdienst im Hala Sultan Tekke

Die Nacht von Sonntag auf Montag war für den Islam von großer Bedeutung. Als die „Nacht der Bestimmung“ (tr: Kadir Gecesi, ar: Laylatu ‘l-Qadr) feiern die Muslime mit gemeinsamen Mahlzeiten, Gebeten, Predigen und Gebetshymnen die Nacht, in der der Koran, die Heilige Schrift des Islam, dem muslimischen Propheten Muhammad offenbart wurde. Die zyprischen Verhandlungsführer hatten ausgehandelt, dass die Christen in Güzelyurt und die Muslime in Larnaka an bestimmten Tagen ihren Gottesdienst verrichten dürfen. So sind auch in diesem Jahr die Staatsbürger der Türkischen Republik Nordzypern mit elf Bussen mit Polizeischutz zum 1816 erbauten Hala Sultan Tekkesi gereist. Türkischen Staatsangehörigen und den türkeistämmigen Nordzyprern wurde die Einreise nach Südzypern verweigert. (ortam, cna)
Eroğlu und Christofias: „Keine Genossen, aber Freunde!“

Am Dienstag kamen die beiden zyprischen Präsidenten und ihre Ehefrauen zu einem Abendessen im Ferienhaus des südzyprischen Staatsoberhauptes in Kellaki zusammen. Das Treffen soll den Familien Eroğlu und Christofias zufolge in einer schönen Atmosphäre stattgefunden haben. Der politische Führer Nordzyperns favorisiere solche Annäherungen, da sie positiv zu den Verhandlungen zur Lösung der Zypernfrage beitragen würden. Des Weiteren seien er und sein Konterpart Dimitris zwar keine Genossen, aber trotzdem Freunde.
Das sich scheinbar stetig verbessernde Verhältnis zwischen Eroğlu und Christofias trifft nicht überall auf der Insel auf Zustimmung. So erklärte der Redakteur Charalambous in der griechisch-zyprischen Zeitung Alithia, Christofias scheine sich zwecks einer föderalen Lösung mit verschiedenen Kreisen anzufreunden, so auch mit Derviş Eroğlu. Charalambous kritisierte dabei die freundschaftliche Haltung Eroğlus und fragte sich in einem Artikel, wie Christofias so im Nachhinein die internationale Staatengemeinschaft davon überzeugen könne, dass die türkische Seite sich nicht um eine Vereinigung Zyperns, sondern um dessen Teilung bemüht habe? (kıbrıs, alithia)
Gottesdienst in der Kirche des Heiligen Mamas

Vor sechs Jahren wurde die Kirche des Heiligen Mamas (tr: Aziz Mamas Kilisesi) im nordzyprischen Güzelyurt wieder für den Gottesdienst eröffnet. Einmal im Jahr haben Gläubige aus Südzypern die Möglichkeit meist über mehrere Tage Messen abzuhalten. Am Mittwoch und Donnerstag fanden wieder traditionelle Zeremonien statt, an der zahlreiche zyprisch-orthodoxe Christen aus dem griechischsprachigen Teil der Insel teilnahmen. Mehrere griechisch-zyprische Parlamentarier und der amerikanische Botschafter in Nikosia, Frank Urbancic, waren ebenfalls unter den Gästen. Für die Sicherheit sorgte dabei die Polizei der Türkischen Republik Nordzypern. Obwohl im Vergleich zu den letzten Jahren diesmal die Beteiligung geringer ausfiel, hat der „Erzbischof von Güzelyurt“ nach der Messe seinen Wunsch geäußert, den Gottesdienst jeden Sonntag abhalten zu dürfen, da diese Kirche für die Zyperngriechen von großer Bedeutung sei. (star kıbrıs)
Türkei schlägt Lufthansa-Verbindung nach Nordzypern vor

Der türkische Staatsminister Egemen Bağış hat vergangene Woche über sein Treffen mit Werner Hoyer berichtet. Demnach soll sich Bağış während des Gesprächs beim deutschen Staatsminister beim Bundesminister des Auswärtigen für seinen Besuch der Türkischen Republik Nordzypern kurz nach seinen Amtsantritt bedankt haben. Auf Hoyers Frage, wie Deutschland einen Beitrag für die friedliche Lösung der Zypernfrage leisten könne, habe Bağış eine prompte Antwort gegeben: „Sagen Sie der Fluggesellschaft Lufthansa, dass sie eine Verbindung zum nordzyprischen Flughafen Ercan anbieten soll“. Im Gegenzug werde die Türkei die Öffnung ihrer See- und Flughäfen für griechisch-zyprische Schiffe und Flugzeuge neu bewerten, so der türkische Staatsministe. (kıbrıs postası)
„Der Frieden auf Zypern ist nicht verhinderbar“
Am Mittwoch fand wieder in Zusammenarbeit der türkischen und griechischen Zyprer eine gemeinsame Veranstaltung statt. Beide großen Gemeinschaften der Insel wurden ermuntert, sich auch weiterhin für eine friedliche Lösung der Zypernfrage einzusetzen. Auch die internationale Staatengemeinschaft könne viel dazu beitragen. Das Motto zum angestrebten Ziel sei „Lösung, Wiedervereinigung, jetzt!“. Des Weiteren soll eine bikommunale Webseite in griechischer und türkischer Sprache ab nächster Woche online gehen. Der Kolumnist der Zeitung ,Politis Georgios Kaskanis, schreibt zu diesem Thema, dass die türkische Parole „der Frieden auf Zypern ist nicht verhinderbar“ (Kıbrıs’ta barış engellenemez) vor sieben Jahren entstand, um die Politik des damaligen Präsidenten Denktaş in Frage zu stellen. Im Gegensatz zu allen griechischsprachigen Parolen habe dieser Slogan aber bis heute überlebt. Bei der letzten bikommunalen Veranstaltung habe man gesehen, dass auch viele griechische Zyprer diese Parole verwenden, auch wenn sie in der Sprache des „Feindes“ erklang, so Kaskanis. (politis, alithia)
Sagen Sie, waren Sie kürzlich in Kyrenia?
Von Heidi Trautmann
Es war an einem dieser entsetzlich heissen Augusttage, dass ich nach Kyrenia Stadt fahren musste, um Rechnungen zu bezahlen, etwas unwillig. Ich weiss nicht, wie es passierte, vielleicht lag es an diesem perfekten Licht, an der leichten Brise, die durch die schmalen Gassen der Altstadt vom Meer heraufkam, dass ich einhielt und meine mentale schwarze Brille abnahm und rings um mich herum Schönheit entdeckte. Schon als ich vom Nicosia-Rondavel in die Stadt hineinfuhr, änderte sich meine Laune und mein Befinden, als ich die gelben Blumenteppiche um sprudelndes Wasser herum wahrnahm, sogar gut gepflegt, und ich lächlete, unbewusst.
Gegenüber dem Colony Hotel hat ein neues Restaurant aufgemacht, ‚House and Garden‘, in einem alten im Kolonialstil gebauten Haus, wunderbar renoviert von Erbil Arkin und seiner Frau (Arkin Hotel Group). Ich ließ mich von einem Angestellten herumführen und musste anerkennend nickend den guten Geschmack bewundern. Das Wesentliche des alten Hauses ist erhalten geblieben, die alten Holzfußböden, die Holzdecken und Fenster. Der türkische Kaffee war hervorragend, den ich dann auf der weiten Terrasse trank.
Der Platz um die Gemeindegebäude herum, die kleinen Altstadtgassen von dort wegführend zum alten Hafen hinunter, ein Genuss fürs Auge und für die Menschen, die sich im Schatten der alten Bäume, auch blühende Jacarandabäume, ausruhten.
Was war das doch für ein Aufschrei, als die Gemeinde sich vor einem Jahr entschloss, die Renovierung der Innenstadt weiterzuführen, das Gesicht der Stadt zu verschönern. Neue Infrastruktur für Elektrik , Telefon und Wasser, Häuser blendend weiss gestrichen, Fußgängerwege eingerichtet, Bäume gepflanzt. Ein jeder stöhnte über den Staub, die Baustellen, die Kunden würden weg bleiben.
Nun schauen Sie sich um! Auf breiten Wegen flanieren die Menschen, die jungen Bäume sind gut angegangen, Blumenkästen überall, sogar staune, Abfallkörbe, und überall an kleinen Kaffeehaustischen Menschen, die ihren Kaffee geniessen und den anderen zuschauen bei ihrem Tun, sogar ein alter Hund ruht mitten auf dem Pflaster und lässt seine Augen den Menschen folgen. Neue Hotels sind entstanden, schmalbrüstige, hübsch hergerichtet, neben dem pompösen Savoy Hotel.
Moderne Geschäfte und fröhliche Menschen. Am Ende der Hauptstrasse wieder ein Rondavel überdeckt mit Blumenrabatten. Hier ist im letzen Jahr eine Art Zeile an Treffpunkten für junge Leute entstanden, nette gemütliche Restaurants und Cafés, und die meisten gut besucht, besonders an den kühleren Abenden. Ist es nicht an der Zeit, diese positive Entwicklungen in unserer Stadt zu erkennen und sich daran zu erfreuen, anstatt über den Staub der Erneuerung zu klagen, der einem in die Augen steigt. Ich sage Euch, mir gefällt unser Kyrenia!
Internationale Wirtschaftskonferenz in Nordzypern

Derzeit findet in Girne ein von der „Türkischen Wirtschaftsinstitution“ organisierte Internationale Wirtschaftskonferenz statt. Der türkische Finanzminister Mehmet Şimşek hält sich zur Teilnahme an der 2. Konferenz dieser Art in der Türkischen Republik Nordzypern auf. Vor Medien lobte er die wirtschaftlichen Entwicklungen im türkischen Inselnorden. Şimşek wurde am Rande der Konferenz über die globale Finanzkrise von Präsident Eroğlu und Premierminister Küçük empfangen. Der Finanzminister der Türkei betonte, dies sei eine gute Gelegenheit die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit auf den Staat der türkischen Zyprer und das Handelsembargo zu ziehen. (trt)









