66,1% der Zyperngriechen unzufrieden mit Präsident Christofias

Der griechischsprachige Fernsehsender ANT1 hat in Südzypern eine telefonische Umfrage durchgeführt und die Ergebnisse auf ihrer Webseite veröffentlicht. Dem „Cyprus Barometer July 2010“ zufolge seien 66,1% der Zyperngriechen mit der Regierung von Dimitris Christofias unzufrieden. 41,3% der Umfrageteilnehmer sollen sich gegen die Politik ihres Staatsoberhauptes ausgesprochen haben. 24,8% der griechischen Zyprer stuften sich laut dem Zypernbarometer als eher unzufrieden ein, 21,3% hingegen als eher zufrieden. Lediglich 9,8% der befragten Südzyprer seien mit der Politik ihres Regierungschefs voll und ganz einverstanden. (ant1)
Zyperns Präsidenten dinieren im nordzyprischen Präsidentenpalast

Gestern haben beide zyprische Präsidenten, der UN-Sonderberater für Zypern und die Chefunterhändler beider Seiten zusammen mit ihren Ehefrauen im Präsidentenpalast der Türkischen Republik Nordzypern in Lefkoşa diniert. Das Abendessen sei in einer positiven Atmosphäre verlaufen und habe als soziales Treffen beider Verhandlungsführer fungiert. Des Weiteren sei das politische Oberhaupt der Zyperntürken ein guter Gastgeber gewesen, der sich für die Stärkung freundschaftlicher Beziehungen einsetze, so das südzyprische Staatsoberhaupt Christofias. Bei einer anschließenden Pressekonferenz sagte sein nordzyprischer Konterpart Eroğlu: „Wir sind Freunde geworden und die Freundschaft wird sich auch bei den Verhandlungen widerspiegeln.“ Der UN-Sonderberater Downer betonte, dass dieser Abend sehr schön gewesen sei und durch die vollkommene Atmosphäre Vertrauen bei den beteiligten Gästen geschaffen habe. (brt, tak, cna)
Nord- und Südzypern eröffnen gemeinsames Kontaktbüro

Am Donnerstag soll das gemeinsame Kontaktbüro Nord- und Südzyperns zur Kriminalitätsbekämpfung in der UN-Pufferzone nahe des Grenzübergangs Metehan (gr: Agios Dometios) feierlich eröffnet werden. Das Büro soll von dem technischen Komitee zur Kriminalität mit der Unterstützung der Vereinten Nationen verwaltet werden. Das Komitee, welches seit 2009 insgesamt 89 Kriminalfälle bearbeitet, ist eines sieben Komitees, die als vertrauensbildende Maßnahme zwischen den zwei Staaten auf der Insel zusammengestellt wurden. Wie der türkisch-zyprische Chefunterhändler mitteilte, wird durch das Kontaktbüro eine schnelle Abschiebung von Kriminellen möglich. Das Projekt wird durch amerikanische Gelder finanziert. (kıbrıs postası, politis)
Jennifer Lopez verärgert tausende türkische Zyprer

Die amerikanische Künstlerin Jennifer Lopez sollte eigentlich am 24. Juli 2010 ein Konzert in einem luxuriösen Hotels in der Türkischen Republik Nordzypern geben. Jedoch hat sie bereits am Anfang des Monats den zahlreichen Interventionen der griechischen und zyprisch-griechischen Amerikanern nachgegeben und ihren vertraglich festgelegten Auftritt abgesagt. Zwar hat sich J.Lo bei dem Veranstalter und ihren Fans entschuldigt. Dennoch hat sie tausende türkische Zyprern enttäuscht und verärgert. Dies spiegelt sich auch in den Besucherzahlen ihres neuen Kinofilms „Plan B für die Liebe“ wider. So konnte ihr neuer Film an den ersten drei Tagen der Ersterscheinung lediglich 9.736 Gäste in die nordzyprischen Kinos locken. Vor etwa fünf Jahren wurde ihre Filmkomödie „Das Schwieger-Monster“ aber 40.000 Mal angeschaut. Erwähenswert ist auch die E-Mail-Kampgane der nordzyprischen Zeitung Star Cyprus. Bereits am ersten Tag der Aktion haben über 2.500 türkischer Zyprer ihre Protest-Mails an Lopez geschickt. Heute Abend betrug die Zahl der versendeten E-Mails 7.250. Des Weiteren wurde auch eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Jennifer Lopez, du hast 70 Millionen Türken für eine Million Zyperngriechen verloren“ gegründet und hat bereits über 4.500 Mitglieder. Wenn sie auch eine Protest-Mail an die amerikanische Sängerin schicken möchten, können sie dies unter www.starkibris.net tun. (star kıbrıs)
Bewegung im Zypern-Streit im Herbst erwartet
Der südlichen Inselpresse zufolge wird im September Bewegung im Zypern-Streit erwartet. Sollten beide Volksgruppenführer der griechischen und türkischen Zyprer keine wichtigen Fortschritte bei den Verhandlungen erzielen, soll der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, beim Friedensprozess intervenieren. Die Art des Eingreifens stünde jedoch noch nicht fest. Käme es bis November zu keinen greifbaren Ergebnissen bei den Gesprächen, soll der UN-Chef in seinem Bericht die Weichen für eine multilaterale Zypern-Konferenz stellen. Des Weiteren wird über die Aussagen des UN-Sonderberaters Alexander Downer berichtet. Dieser habe die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die aktuellen Lösungsbemühungen auf der Insel scheitern werden. Deshalb sei es notwendig, die nächsten Schritte vorab vorzubereiten. (phileleftheros, alithia)
Nordzypern und die Unabhängigkeit des Kosovo
Die Regierungspartei der Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) hat eine Presseerklärung bezüglich des jüngsten Gerichtsurteils zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo herausgegeben. Darin heißt es, Türkisch-Zypern habe die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes mit Wohlwollen begrüßt. Die Entscheidung der internationalen Gerichtsbarkeit habe gezeigt, dass nicht immer der Stärkere recht habe. Zudem erhofft sich die Nationale Einheitspartei (UBP), dass durch die Legitimierung der Unabhängigkeitserklärung die griechisch-zyprische Seite zum Aufgeben ihrer unversöhnlichen Haltung bei den Gesprächen zur Lösung der Zypernfrage bewegt werde. Die Verhandlungen könnten schließlich nicht ewig fortgeführt werden. Deshalb solle Südzypern eine Lehre aus dem Ganzen ziehen und aufhören, durch Hinhaltetaktiken auf Zeit zu spielen und sich dadurch Vorteile zu verschaffen. Des Weiteren sei es hilfreich, wenn die internationale Gemeinschaft die griechischen Zyprer dazu bewegen könnte, bei der Lösung des Inselkonflikts konstruktiv mitzuarbeiten. (tak)
172 Kilogramm Sprengstoff aus Militärcamp in Südzypern gestohlen
Aus einem Militärcamp im griechischen Teil Zyperns soll zwischen dem 17. und 21. Juli eine beträchtliche Menge an Sprengstoff gestohlen worden sein. Dies berichtet die staatliche „Cyprus News Agency“ und beruft sich dabei auf die Polizei. Der zuständige Polizeisprecher Mihalis Katsunotos soll am Freitag erklärt haben, dass genau 173 Kilogramm des Sprengstoffs „PG2“ aus einem Camp der griechisch-zyprischen Nationalgarde im Bezirk Limassol in Südzypern entwendet worden sei. Die Polizei kooperiere eng mit dem Militär und habe bereits am Donnertag zwei verdächtige Männer (35 und 36 Jahre alt) festgenommen, so der Pressesprecher. (cna)
Aserbaidschaner verleihen Präsident Eroğlu einen Ehrendoktortitel
Der Rektor der Internationalen Aserbaidschan Universität (az: Azərbaycan Beynəlxalq Universiteti), Elşad Abdullayev, hat dem türkisch-zyprischen Präsidenten Dr. Derviş Eroğlu in seiner Residenz in Nikosia einen Ehrendoktortitel verliehen. Abdullayev hat anlässlich des 36. Jahrestages der türkischen „Friedensoperation“ die Insel besucht und kam auch mit dem nordzyprischen Parlamentspräsidenten Hasan Bozer zusammen. Der aserbaidschanische Professor hat Eroğlu und Bozer zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an das Staatsoberhaupt der Türkischen Republik Nordzypern nach Baku eingeladen. Bei einem Gespräch mit Eroğlu betonte Abdullayev, sein Land wünsche sich, dass Türkisch zu einer weiteren Sprache der Vereinten Nation werde und sich die Turkstaaten auf internationaler Ebene zu einer Einheit formieren. Des Weiteren forderte der Akademiker Direktflüge zwischen Aserbaidschan und Nordzypern. Präsident Eroğlu zeigte sich über das Treffen erfreut, versprach ein Wiedersehen und sagte: „Unsere Beziehungen vergrößernd werden wir unseren Platz innerhalb der türkischen Welt einnehmen“. (brt, tak)
Die Fakten zur Militärintervention der Türkei auf Zypern in 1974
Am 15. Juli 1974 gab es einen blutigen Putsch der griechischen Militärjunta gegen den zyprischen Staatspräsidenten Makarios. Kurz danach kam es zu Massakern an den türkischen Zyprern. Jedoch intervenierten die türkischen Streitkräfte bereits am 20. Juli und eroberten innerhalb weniger Tage einen Drittel der Insel Zypern. Die kriegerischen Kämpfe der Truppen der Türkei und der inseltürkischen Verteidigungsorganisation TMT mit der griechisch-zyprischen Nationalgarde, den festlandgriechischen Truppen und den paramilitärischen EOKA-B-Milizen sowie die Racheakte auf beiden Seiten sind nicht zu leugnen. Während die Zahl der zivilen Opfer des Putsches und der Übergriffe auf türkisch-zyprische Zivilisten vor der Militärintervention nicht genau bekannt sind, kann man die Auswirkungen der Auseinandersetzungen während der türkischen Militärintervention problemlos offenlegen. Hier einige Fakten dazu:
• Während der Kämpfe und nach dem Abkommen zum Bevölkerungstausch in 1975 mussten 162.000 Zyperngriechen in den Inselsüden und 65.000 Zyperntürken (50% aller Inseltürken) in den Inselnorden abwandern.
• Die türkischen Flüchtlinge mussten etwa 500.000 Dönüm – Grundbesitz im Süden zurücklassen, die griechischen Flüchtlinge etwa 1.500.000 Dönüm im Norden.
• Die muslimischen Insulaner mussten ihre 15.000 Häuser verlassen, ihre christlichen Landsleute etwa 40.000 Häuser.
• Zwischen den 50er und 70er Jahren wurden 103 türkische Dörfer auf Zypern zerstört.
• Zwischen September und Oktober 1974 wurden 3.308 türkische Gefangene und 2.479 griechische Gefangene der jeweils anderen Seite übergeben.
• 9.400 Zyperntürken, die auf den britischen Militärbasen Schutz gesucht hatten, durften zwischen dem 18. und 27. Januar 1975 in die nördliche Sicherheitszone passieren.
• Insgesamt 1.468 Zyperngriechen und 502 Zyperntürken wurden als vermisst gemeldet.
• Bei der Militärintervention kamen 498 türkische Soldaten ums Leben und 1.200 türkische Soldaten wurden verletzt.
• 70 Männer der türkisch-zyprischen Verteidigungsorganisation TMT und 270 inseltürkische Zivilisten kamen bei Kämpfen und Übergriffen ums Leben, 1.000 türkische Zivilisten wurden verletzt.
• Die Verluste auf der griechischen Seite (Nationalgarde, EOKA-B, Polizei, griechisches Militär und Zivilisten) betrugen etwa 4.000. Zudem gab es etwa 12.000 Verletzte. (yenidüzen)
„Wussten Sie, dass… kein Freiluft-Gefängnis der Türkei existiert?“
von Erdoğan Hayvalı
„Nordzypern – Das Freiluft-Gefängnis der Türkei“ heißt die Kolumne von Daniel Pipes auf Welt Online. Selten hat jemand versucht, durch einen Vergleich zwischen Nordzypern und Gaza das Recht der Türkei auf Israelkritik in Frage zu stellen. Bei den dabei verwendeten „Fakten“ handelt es sich aber größtenteils um Halb- und Unwahrheiten. Vielleicht könnte man durch ein Spiel Namens „Wussten Sie, dass“ versuchen, die Scheuklappen des Herrn Pipes zu entfernen und durch die Präsentierung der nordzyprischen Sichtweise seinen Horizont bezüglich der Zypernfrage zu erweitern. Einen Versuch ist es ja wert.
Wussten Sie, dass …
• am 02. August 1975 die Volksgruppenführer der griechischen und türkischen Zyprer, Glafkos Klerides und Rauf Denktaş, unter der UN-Ägide in Wien ein Abkommen zum Bevölkerungsaustausch unterschrieben haben, wodurch 162.000 Zyperngriechen in den Süden und 65.000 Zyperntürken in den Norden abwandern mussten?
• es heute weltweit ca. 400.000 türkische Zyprer gibt und die Mehrheit von ihnen durch die Folgen des Zypernkonflikts bereits in den 1950er, 60er und 70er Jahren ins Ausland geflohen ist?
• die Garantiemacht Großbritannien und weitere westliche Staaten tatenlos zugeschaut haben, als in 1974 griechische und zyprisch-griechische Soldaten sowie zivile Paramilitärs der EOKA-B mit Unterstützung der Militärjunta in Griechenland zuerst auf Zypern geputscht, das Blut ihrer eigenen Landsleute vergossen, dann die „hellenische Republik Zypern“ ausgerufen und anschließend zur Umsetzung des Akritas-Plans zahlreiche türkisch-zyprische Zivilisten massakriert haben?
• die Türkei im Jahre 1974 ihre Pflicht als Garantiemacht Zyperns durch die Invasion erfüllt hat und dabei den möglichen Völkermord gegen die türkischen Zyprer sowie die Vereinigung der Insel mit Griechenland verhindert hat?
• die türkischen Zyprer nach acht Jahren vergeblicher Lösungssuche mit ihren griechischsprachigen Nachbarn auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechts der Völker ihre Türkische Republik Nordzypern ausgerufen haben und das Volk mehrheitlich die Verfassung per Volksentscheid angenommen hat?
• die türkischen Zyprer auch nach der Staatsgründung über eine Lösung der Zypernfrage verhandelt und im Jahre 2004 den Annan-Friedensplan zur Inselvereinigung mehrheitlich angenommen haben, während es 75% der griechischen Zyprer abgelehnt hatten?
• es auf Zypern keine Grenzmauer gibt, die „Greenline“ umzäunt ist und die Konstrukte in der Inselhauptstadt Nikosia eher notdürftige zusammengeschusterte Barrikaden darstellen, die erst nach den Pogromen der Zyperngriechen von den türkischen Zyprern errichtet wurden und diese Übergriffe auf die Zyperntürken der eigentliche Grund für die Existenz der UN-Friedenstruppe auf Zypern sind?
• die griechische Seite ihrem verfassungrechtlichen Partnervolk, den türkischen Zyprern, die Wahrnehmung aller in der Verfassung verankerten Rechte bereits drei Jahre nach der Gründung der Republik Zypern in 1963 verweigert hat und dies bis heute tut?
• der Großteil des Stadtteil Varosha in Famagusta aus privatrechtlicher Sicht Eigentum der muslimischen Gemeinschaft Evkaf ist, das während der Kolonialzeit unrechtmäßig enteignet und den griechischen Zyprern gegeben wurde?
• der ehemalige südzyprische Präsident Klerides in einem Interview betont hat, dass die Türkei international nicht mehr als Besatzungsmacht angesehen wird und bereits in den 70ern ein griechisches Gericht die türkische Militärintervention als legitim bezeichnet hat?
• der Norden ihre eigene Armee und Polizei bestehend aus türkischen Zyprern hat und die absolute Mehrheit des Volkes bei repräsentativen Umfragen immer die Streitkräfte der Türkei als vertrauenswürdigste Institution einstuft?
• die Grenze zwischen Nord- und Südzypern für alle Insulaner und Touristen durchlässig ist, so dass jeder Mensch mit einem gültigen Ausweis die fünf Grenzübergänge zu Fuß oder mit einem Fahrzeug rasch passieren kann?
• nicht durch die UN-Truppen, sondern die türkische Armee durch ihre Anwesenheit seit 36 Jahren ein de facto Frieden auf Zypern hergestellt hat und kein Zyperntürke mehr um seine Existenz fürchten muss?
• kein Freiluft-Gefängnis der Türkei existiert?